Geschichte der Eberhardina Tübingen

Gegründet wurde die Eberhardina am18.10.1884 in Tübingen in der Münzgasse 1 als Einjährigen-Freiwilligen-Quartett (Gesangsquartett von Studenten nach ihrer militärischen Grunddienstzeit - abgekürzt: EFQ). Die Gründer waren alle Studenten der Theologie und begeisterte Anhänger des seinerzeit in Tübingen in Blüte stehenden Chorgesanges.

1885 erfolgte die Umbenennung in Eberhardina, abgeleitet vom Namen des Gründers der Universität Tübingen; Es gab Gesangsabende im Gasthof ‚Zur Linde', später hier auch einen eigenen Clubraum ein so genanntes ‚Kneipzimmer'.

1889/1890 wurde das Quartett zu einer Studentenverbindung mit eigenen Statuten, um den überwiegend aus Norddeutschland stammenden Mitgliedern einen festen Rahmen zur Pflege von Geselligkeit und Freundschaft zu geben. Man verstand sich zunächst als nicht farbentragende aber - der Mode nach – bereits als schlagende Verbindung.

1895 wurde der Altherrenverband gegründet.

1897 schließlich fand die Umwandlung in eine farbentragende Verbindung statt, es wurden die Farben hellblau-weiß-schwarz getragen, dazu eine blaue Mütze.

1898 trat man dem Verband der Turnerschaften an deutschen Hochschulen, dem VC bei.

1905 Erwarb die Eberhardina ihr erstes Haus in der Biesingerstraße 12 in Tübingen. In den Jahren des Ersten Weltkrieges 1914-1918 wurde die Aktivitas suspendiert um 1919 wiedereröffnet zu werden.

1921 trat die Eberhardina aus dem VC aus und 1927 wieder ein.

1934 Erwarb man ein neues Haus in der Stauffenbergstraße, auf dem Österberg in Tübingen, da das alte Haus in der Biesingerstraße zu klein geworden war.

1936 Wurden die Aktivitas und der VC suspendiert. Grund hierfür war die Gleichschaltung durch den NS-Studentenbund. Der Altherrenverband bestand jedoch weiterhin.

1949 erfolgte die Wiedergründung der Aktivitas der Turnerschaft Eberhardina,
und 1951 dann der Zusammenschluss mit der Königsberger Turnerschaft Markomannia.

 

Geschichte der Markomannia Königsberg

Im Jahr 1881 gründeten 22 Studenten in Königsberg den ‚Verein für neuere Philologie'. Zahlreiche Professoren der Neusprachlichen Fakultät traten in den Folgejahren bei. Zudem trat der junge Verein dem ‚Cartellverband Neuphilologischer Vereine' bei. Hauptziel war die Pflege der Wissenschaft, allerdings zeigten sich in den Vereinsstrukturen schon starke Anklänge an das Korporationsleben.

So gab es bald ‚Aktive', ‚Inaktive' und ‚Alte Herren'.
Nachdem es in den 1890er Jahren einen deutlichen Überschuss an Neuphilologen auf dem Arbeitsmarkt gab und bedingt dadurch auch immer weniger Studenten, sah man sich 1894 gezwungen den Verein zu suspendieren.

1897 kam es zur Wiedereröffnung unter dem Namen ‚Akademischer Neuphilologischer Verein'. Dieser nahm rasch einen deutlichen korporativen Charakter an. Es wurde gefochten und man legte Farben (hellblau-weiß-dunkelgrün) an. Um dem umfangreichen Vereinsleben einen besseren Rahmen zu geben, mietete man bald Räumlichkeiten an. 1901 wandelte sich der Verein in eine allgemeine wissenschaftliche Verbindung um, man erhoffte sich davon mehr Nachwuchs. Im Zuge dieser Umwandlung gab man sich den Namen Turnerschaft Markomannia, ein Wappen und einen Wahlspruch (‚per aspera ad astra').

1904 Trat die Markomannia dem VC bei.
Während des Ersten Weltkriegs wurde die Verbindung vertagt und machte in den Jahren nach Kriegsende eine schwere Zeit durch. Erst Ende der 20er Jahre ging es wieder Aufwärts, dann allerdings rasant.

Im Jahre 1930 fusionierte die Markomannia mit dem Corps Vandalia. Dieses Corps war aus dem ‚Akademisch Naturwissenschaftlichen Verein' (gegr. 1879) und dem ‚Akademisch Wissenschaftlichen Verein Pharmacia' (gegr.1881) hervorgegangen. Fortan trug man den Namen Markomannia und die Farben der Vandalia (blau-gold-rot). Nach dem 2. Weltkrieg war die Markomannia über ganz Deutschland verstreut, doch man hielt den Kontakt aufrecht und feierte manche Feste. Schließlich kam es dann am 1951 zur Verschmelzung mit der Turnerschaft Eberhardina zu Tübingen. Es bekannten sich 139 Markomannen zum neuen Bund, ‚Alte Turnerschaft Eberhardina-Markomannia'.

 

Geschichte der Eberhardina-Markomannia Tübingen

1951 Verschmolzen die Verbindungen Markomannia Königsberg und Eberhardina Tübingen zur Alten Turnerschaft Eberhardina-Markomannia. Sitz der neuen Verbindung war Tübingen, da Königsberg (in Preußen) durch den 2. Weltkrieg zerstört und mit dem nordöstlichen Ostpreußen von der UdSSR annektiert worden war. 1951 Erwarb man auch das Haus ‚Auf dem Kreuz' auf der Eberhardshöhe in Tübingen.

1952 erfolgte der Eintritt in den CC, den ‚Coburger Convent akademischen Landsmannschaften und Turnerschaften'.

1971 Trat die Eberhardina-Markomannia gemeinsam mit anderen Verbindungen wegen Einführung der fakultativen Mensur aus dem CC aus.
Gleichzeitig Gründete man den Marburger Konvent studentischer Verbindungen, den MK. 1999 Trat man aus dem MK, wegen unterschiedlicher Auffassungen über Inhalt und Auftrag einer studentischen Verbindung aus und zog fortan die Verbandsfreiheit vor.

Am 11.06.2000 wurde ein Freundschaftsvertrag mit der Turnerschaft Philippina zu Marburg (heute Philippina-Saxonia) geschlossen, der alle zwei Jahre erneuert wird.

 

Geschichte der Stadt Tübingen

Um 85 n.Chr. wird der Neckarlimes errichtet. Während in Rottenburg ein bedeutender römischer Ort entsteht, sind für Tübingen die Funde aus römischer Zeit recht gering. Eine Römerstraße (Verbindung Rottenburg-Köngen) zog auf dem linken Ammerufer durchs heutige Stadtgebiet. Wie der Ortsname durch seine Endung "ingen" belegt, gehört Tübingen zu den alemannischen Siedlungen, die ihren Namen von einem Personennamen ableiten: Tuwo, Tubo, Tuo oder Tugo. Ein alemannischer Reihengräberfriedhof befindet sich mit Grabbeigaben aus der ersten Hälfte des 7. Jh. im Bereich der heutigen Münzgasse. Grabungen in einem alemannischen Friedhof des 7. Jh. in Derendingen auf der Bernhalde brachten Goldblattkreuze als Grabschmuck zu Tage. 1078 erfolgt die erste schriftliche Nennung Tübingens, als König Heinrich IV. die Burg Hohentübingen belagerte. Um 1081/87 nennen sich die Brüder Hugo und Heinrich, sowie deren Nachkommen von nun an Grafen von Tübingen nach dem Ort und der Burg Tübingen, die im Mittelpunkt ihres Einflußbereiches lagen, der damals vom Nagoldgau bis zur Alb und zum Donauraum reichte. Die Entwicklung Tübingens ist für die nächsten Jahrhunderte eng mit dem Aufstieg und Niedergang dieser Grafenfamilie verbunden. 1146 wird Hugo von Tübingen in einer Urkunde König Konrad III. Pfalzgraf genannt. Amt und Würde des Pfalzgrafen (Stellvertreter des Herzogs) unterstreichen die hervorragende Stellung der Grafen von Tübingen in der Stauferzeit. Um 1150 werden im Kloster Reichenbach erstmals Abgaben notiert, die in "Tübinger Pfennigen" gezahlt werden mussten. Von nun an mehren sich die Belege, dass der Tübinger Pfennig im Herrschaftsbereich der Tübinger Grafen im Umlauf ist und als Zahlungsmittel dient, bis er Ende des 13. Jh. zunehmend vom Heller verdrängt wird. 1180 zeigt ein Siegel des Pfalzgrafen Hugo als Wappen die dreilatzige Gerichts- und Lehensfahne, die auch (rot auf goldenen Grund) zum Wappen der Stadt Tübingen wird. Noch heute tragen dieses Wappen, wenngleich mit verschiedenen Farben, als Zeichen ihrer ehemaligen Zugehörigkeit zur Familie der Grafen von Tübingen zahlreiche Städte (Herrenberg, Böblingen, Feldkirch, Tettnang) ebenso wie das österreichische Bundesland Vorarlberg oder das Fürstentum Liechtenstein. 1191 werden erstmals Tübinger Kaufleute genannt, ein Beweis für das Vorhandensein eines Marktes. 1231 wird Tübingen erstmals als ‚civitas' (Stadt) bezeichnet. 1280 vernichtet ein Stadtbrand ungefähr 150 Häuser. Nach raschem Wiederaufbau erreicht die Stadt etwa den Umfang, den sie bis ins 19. Jh. innehat. Zu jener Zeit dürfte auch der Bau des für das Handwerk, Feuerlöschwesen und die Stadtreinigung wichtigen Ammerkanals vollendet worden sein. 1301 verpfänden die in diesen Generationen rasch verarmenden Pfalzgrafen ihre namensgebende Stadt an das von ihnen gegründete Kloster Bebenhausen. Wenngleich Pfalzgraf Gottfried schon l302 das Pfand wieder einlöst, sind die nächsten Jahrzehnte von neuen Verpfändungen gekennzeichnet. 1303 verwendet die Stadt Tübingen erstmals ein Siegel, das nicht mehr den regierenden Grafen nennt, sondern selbstbewusst lautet: Sigillum civium de Tuwingen (Siegel der Bürger von Tübingen statt Siegel der Bürger des Grafen von Tübingen). 1335 übernehmen die Bürger von Tübingen 3000 Pfund Heller Schulden der Pfalzgrafen und erhalten dafür alle Einnahmen der Stadtherren in Tübingen für 9 Jahre, zudem das Recht den Schultheißen selbst zu wählen. Dabei werden erstmals auch Juden genannt, an deren Wohngebiet noch heute die Judengasse erinnert. 1342 verkaufen die Pfalzgrafen ihre Stadt Tübingen bzw. ihre dortigen Rechte, Nutzungen und Einkünfte an Graf Ulrich von Württemberg. Um 1435 wird das zunächst zweistöckige Rathaus am Markt gebaut, es erlebt in der Folgezeit vielerlei Um- und Anbauten: 1508 ein drittes Geschoß, 1511 eine astronomische Uhr, 1598 den bekrönenden Ziergiebel. Die heutige Fassadenmalerei ist von 1876.

1470 beginnt der Neubau der Stiftskirche. Die Bauzeit beträgt etwa 20 Jahre. Zur hervorragenden Ausstattung zählen: Glasfenster im Chor von Peter Hemmel von Andlau (um 1480), Lettner und spätgotisches Chorgestühl (um 1490), ein reich verzierter Taufstein (1497), die spätgotische Steinkanzel (1509) sowie der Altar des Dürer-Schülers Hans Schäufelein (um 1520).

1477 wird die Universität durch Graf Eberhard im Bart gegründet, das bis heute die Stadt prägende Ereignis. Bei der Eröffnung im Herbst 1477 tragen sich etwa 300 Studenten in die Universitätsmatrikel ein. Zahlreiche Gelehrte von abendländischen Rang sorgen schon in den ersten Jahrzehnten für den "Flor" der Universität: Die Theologen Biel und Summenhart, die Humanisten Vergenhans (Naukler) und Reuchlin, der Astronom und Mathematiker Stöffler, der Jurist Prenninger (Uranius) und der junge Magister Melanchthon. 1482-89 wird eine steinerne Brücke über den Neckar gebaut. 1495 wird die Grafschaft Württemberg vom Kaiser zum "Unteilbaren" Herzogtum erhoben. Tübingen ist nun nach Stuttgart zweite Residenz. 1498 erfolgt der erste Buchdruck in Tübingen. In der Folgezeit entwickelt sich Tübingen zur Verlagsstadt. 1514 wird der Tübinger Vertrag Unterzeichnet. Als Gegenleistung für die vor allem von Tübingen gewährte Unterstützung bei der Niederschlagung eines Aufstandes im Herzogtum, ringt die württembergische Ehrbarkeit (Städtische Oberschicht) dem Herzog einen Vertrag ab, in dem erstmals im Festlandeuropa Grund- und Menschenrechte verzeichnet sind. Der Tübinger Vertrag gilt als ‚magna charta' Württembergs. Auf ihn bezieht sich noch Ludwig Uhland im 19. Jh. beim Verfassungskampf ums ‚gute alte Recht'. 1519 wird Herzog Ulrich vertrieben, Württemberg kommt unter österreichische Regierung. 1534 kann Württemberg durch den protestantisch gesonnenen Herzog Ulrich zurückerobert werden. In der Folge wird die Reformation in Tübingen eingeführt. Probleme gibt es dabei vor allem mit der Universität. Kanzler Ambrosius Widmann flieht ins österreichische Rottenburg. Neue Professoren werden berufen, darunter der berühmte Botaniker Leonhard Fuchs, nach dem später die Fuchsie benannt wird. 1537 überführt man den 1496 verstorbenen Herzog Eberhard im Bart nach Tübingen in den Chor der Stiftskirche, der zur Grablege der württembergischen Fürsten wird (bis 1593).

1547 wird im ehemaligen Augustinerkloster das herzögliche Stipendium eingerichtet. Seitdem ist das ‚Evangelische Stift' - Wohn- und Studienanstalt für rund 150 Theologiestudenten - neben der Universität mitbestimmend für den weltweiten geistesgeschichtlichen Ruf der Stadt. 1567-86 Wirkte Primus Truber, Reformator der Slowenen und Begründer der slowenischen Schriftsprache, als Pfarrer in Derendingen. 1577 einigt der Tübinger Universitätskanzler Jakob Andreä die zerstrittenen Lutheraner auf eine verbindliche dogmatische "Concordienformel" 1588-92 wird das Kollegium Illustriere gebaut, eine Ritterakademie. Sie ist für Jahrzehnte die bedeutendste Ausbildungsstätte des protestantischen Adels.

1589 beginnt Johannes Keppler sein Studium im Ev. Stift und bleibt bis 1594 in Tübingen. 1606 nähert sich das äußere Schlossportal seiner Vollendung.

Seit 1594 werden die Außenanlagen verstärkt und mit Bastionen versehen.
Im Dreißigjährigen Krieg erleiden Stadt und Universität schwere Verluste. 1634 wird die Stadt von kaiserlichen Truppen besetzt und das Schloss übergeben. Die Pest fordert viele Opfer. 1638 sind schwedische Truppen in Tübingen, danach wieder bayrische Truppen. 1647 sprengen französische Truppen den Südostturm des Schlosses.

1623 erfindet Professor Wilhelm Schickhardt die erste mechanische Rechenmaschine der Welt. 1688 rettet Joh. Osiander die Stadt vor Plünderung und Einäscherung durch die Franzosen. 1694 entdeckt Professor Rudolf Jakob Camerarius die Geschlechtlichkeit der Pflanzen. 1722 wird der Tübinger Cotta-Verlag Hof- und Kanzlei-Buchdruckerei. 1787 übernimmt Johann Friedrich Cotta die Firma, er wird zum Verleger der deutschen Klassiker.

1789 kommt es zu einem Stadtbrand, bei dem 64 Gebäude nördlich der Stiftskirche zerstört werden (Neue Straße). 1790/91 studieren gleichzeitig, Hegel, Hölderlin und Schelling im Ev. Stift. 1805 wird vor dem Lustnauer Tor ein Botanischer Garten angelegt. 1807 findet der kranke Hölderlin Aufnahme bei der Familie Zimmer im ‚Turm', wo er l843 stirbt. 1816 wird im ‚Weilheimer Kneiple' der ‚Allgemeine Tübinger Burschenverein' konstituiert. Die Innenpolitik Württembergs ist von nun an bis 1870 mitgeprägt von den Auseinandersetzungen zwischen der Staatsgewalt und den studentischen Verbindungen, die eine nationale Einigung anstreben. 1817 erfolgt die Verlegung der Kath.-theol. Fakultät aus Ellwangen nach Tübingen. Es wird ein Konvikt im Gebäude der ehemaligen Ritterakademie eingerichtet (Wilhelmsstift). 1829-31 werden die Stadttore und große Teile der Mauer abgebrochen. Der Raumbedarf der Universität und der sich vermehrenden Bevölkerung führt von nun an zum Ausbau der Ammer- und der Neckarvorstadt. Ein sichtbares Zeichen setzt 1845 die Einweihung der Neuen Aula. 1831 ziehen im sogenannten "Gogenaufstand" etwa 60 Handwerksburschen und Weingärtner aus Protest gegen Polizeiwillkür durch die Stadt und singen das Schiller´sche Räuberlied. Ähnlich wie im "Brotkrawall" von 1847 schlagen studentische Sicherheitswachen den Aufstand nieder. 1848/49 sind vier Tübinger als Abgeordnete in der Frankfurter Paulskirche.

1861 erhält Tübingen Anschluss ans Eisenbahnnetz. 1875 erreicht die im 19 Jh. ansteigende Einwohnerzahl erstmals die 10.000er Grenze. 1885 werden mit dem Durchbruch der Mühlstraße Neckar- und Ammervorstadt direkt miteinander verbunden. 1916 fordert ein Bombenangriff im Bereich der Hirschgasse sieben Tote. 1934 erfolgt die Eingemeindung von Derendingen und Lustnau. 1938 wird die Tübinger Synagoge an der Gartenstraße, 1882 eingeweiht, von SA- und SS-Männern in der Nacht vom 9. zum 10. November zerstört. Damit erreicht die Verfolgung der jüdischen Mitbürger ihren ersten Höhepunkt. In den Jahren 194l und 1942 werden die jüdischen Bürger, die nicht zwischen 1933 und 194l emigrieren können, in Konzentrationslager verschleppt und ermordet, nur zwei überleben.

1939 Tübingen hat erstmals mehr als 30000 Einwohner. 1945fordern Luftangriffe 36 Todesopfer. Im Zweiten Weltkrieg sind insgesamt 1219 Gefallene und 505 Vermißte zu beklagen. Nach Kriegsende wird Tübingen Sitz des französischen Generalgouverneurs. Als erste Universität Deutschlands kann die Universität Tübingen den Studienbetrieb zum Wintersemester wieder aufnehmen. 1947-52 ist Tübingen Hauptstadt des Landes Württemberg-Hohenzollern und Sitz der Landesregierung. Der Landtag tagt im Kloster Bebenhausen. 1957-60 werden der Bebauungsplan und die Erschließung ‚Wanne, Morgenstelle, Herbstenhof' und damit zur Norderweiterung der Stadt beschlossen.

1959 wird die Städtepartnerschaft mit der Schweizer Stadt Monthey besiegelt. Weitere Partnerschaften folgen: 1960 mit Aix-en-Provence (Frankreich), 1965 mit Ann Arbor (USA), 1969 mit der Grafschaft Durham (England), 1973 mit Aigle (Schweiz), 1984 mit Perugia (Italien), 1989 mit Petrosawodsk (Rußland). 1965 wird Tübingen in Anerkennung der vielseitigen und beispielhaften Aktivitäten auf dem Gebiet der internationalen Verständigung als dritte deutsche Stadt durch den Europarat mit dem Europapreis ausgezeichnet. 1968/69 kommt es zu Studentenunruhen.

1971 werden die Gemeinden Bühl, Hagelloch, Hirschau, Kilchberg, Pfrondorf, Unterjesingen und Weilheim eingemeindet. Tübingen zählt nun über 70.000 Einwohner. 1974 folgt die Eingliederung von Bebenhausen. 1979 wird der Schlossbergtunnel und damit die westliche Umfahrung der Altstadt fertig gestellt.

 

Geschichte der Universität Tübingen

Im Jahr 1477 gründet Graf Eberhard "im Bart" von Württemberg mit päpstlicher Erlaubnis die Universität Tübingen. Es werden 15 Professuren an den 4 traditionellen Fakultäten eingerichtet. Das erste Semester zählt 308 Immatrikulierte. Die Finanzierung der Universität wird in den nächsten 350 Jahren aus den Erträgen eines ansehnlichen Stiftungsfonds in Form von Grundeigentum und Gefällen in ganz Württemberg sichergestellt. 1480 wird nach zweijähriger Bauzeit das älteste Universitätsgebäude, die Burse bezogen. Sie diente als Wohnheim und Hörsaal. 1509 stiften die beiden Kleriker Plantseh und Hartsesser das Martinianum eines der Tübinger Studienstipendien für minderbemittelte Studenten, das 1519 seine Arbeit aufnimmt und 1666 mit dem "neuen Bau" ein eigenes Gebäude erhält.

1535 wird auf großen Druck des Landesherren die Reformation an der Universität Tübingen eingeführt. Tübingen wird Hochburg der lutherischen Universitäts-Orthodoxie.

1536 wird das evangelische Stift als herzögliches Stipendium für den württembergischen Pfarrernachwuchs gegründet. Freiplätze ermöglichen auch hier, dass einige Minderbemittelte studieren können. 1549 stellt man die Alte Aula als Ersatz für das 1534 abgebrannte Hauptgebäude fertig. Der Brand vernichtete auch einen großen Teil der Bibliothek und die ältesten Verwaltungsakten.

Im 16. Jahrhundert, in den Zeiten des "schwarzen Tods" weicht die Uni mehrmals in andere Städte wie Calw, Esslingen oder Altensteig aus. Der Universitätsbetrieb wird die ganze Zeit über aufrechterhalten. So studiert z.B. Johannes Keppler von 1589 bis 1594 im Tübinger Stift. 1594 wird das Kollegium Illustre als Ritterakademie für den protestantischen Adel mit modernen Unterrichtsfächern wie neue Sprachen und körperlichen Übungen eröffnet. 1601 verstärkt Herzog Friedrich von Württemberg mit neuen Statuten die über 150 Jahre Bestand haben, die landesherrliche Aufsicht über die Universität.

Ab 1634 erfolgt ein starker Niedergang der Universität durch den Dreißigjährigen Krieg. Allein 1635 stirbt die Hälfte des Lehrkörpers an der Pest. 1688 Nach nicht einmal 100 Jahren macht das Kollegium Illustre die Pforten wieder dicht.

1752 wird das Tübinger Schloss erstmals von der Universität genutzt. Eine Sternwarte wird eingebaut. 1769 gibt Herzog Karl Eugen von Württemberg der Uni durch Hinzufügen seines Namens die heutige Bezeichnung ‚Eberhardina Carolina'. Hölderlin, Hegel und Schelling studieren gleichzeitig im Stift.

1805 Öffnet die erste Uniklinik im Gebäude der alten Burse. Hölderlin ist hier einer der ersten Psychiatrie-Patienten. Ab 1806 rauben mehrere Verfassungsreformen (Organische Gesetze) der Universität ihre Autonomie und die Uni wird staatliche Bildungsanstalt. 1816 wird das Schloss Hohentübingen der Uni komplett überlassen. Im gleichen Jahr kommt es zur Gründung der ersten Tübinger Burschenschaft namens Arminia. 1817 wird die Universität um zwei neue Fakultäten erweitert: um die 1812 als Friedrichs-Universität in Ellwangen gegründete kath. - theolog. Fakultät und die staatswirtschaftliche Fakultät. Bei der staatswirtschaftlichen Fakultät handelt es sich um die älteste noch existierende Fakultät ihrer Art in Deutschland. Friedrich List lehrte hier als Professor (1817 - 1819). Im Gebäude des Kollegium Illustre wird ein Konvikt für kath. Theologiestudenten errichtet. 1818 löst das Attentat des ehemaligen Tübinger Studenten Sand auf Kotzebue die Karlsbader Beschlüsse aus. Mit ihnen beginnt eine Zeit der staatlichen Überwachung der Universitäten. Im Zuge dieser Überwachung werden auch die ersten Burschenschaften verboten. Die Zeit der Demagogenverfolgung bricht an. 1821, inmitten der Ära Metternich (Wiener Kongress), erhält Tübingen mit Zustimmung des Königs einen ‚Ausschuss der Studierenden'. Während der verschärften Demagogenverfolgung wird dieser Ausschuss aber 1825 wieder abgeschafft.

1828 werden die Universitätsfinanzen neu geordnet: In den staatlichen Haushaltsplan wird ein regelmäßiger Zuschuss für die Universität eingestellt, er beträgt zunächst 80 000 Gulden und steigt im Laufe der Zeit bis heute auf nahezu 300 Millionen Euro an.

1845 wird die Neue Aula eingeweiht. In den folgenden Jahrzehnten findet eine planmäßige Erweiterung der Universität, insbesondere der Kliniken, zu einem neuen Stadtviertel statt. 1863 wird die erste naturwissenschaftliche Fakultät an einer deutschen Universität durch Zusammenfassung der bisher auf die Medizinische und die Philosophische Fakultät aufgeteilten naturwissenschaftlichen Fächer gegründet. Es folgt ein schwunghafter Aufstieg der Uni. 1876 zählt Tübingen erstmals mehr als 1000 Studenten. 1904 lässt Tübingen auf Druck des württembergischen Ministeriums des Kirchen- und Schulwesens als sechste Uni im Deutschen Reich Frauen zum Studium zu. Vorausgegangen waren die Länder Baden und Bayern. 1918 wird der Allgemeine Studentenausschuß -AStA-, in seiner heute noch bestehenden Form, gegründet. 1919 wird dann die Tübinger Studentenhilfe gegründet, sie ist heute unter dem Namen Studentenwerk bekannt.

1927 feiert die Universität ihr 450. Jubiläum. Eberhardina ist dabei und darf die Universitätsfahne tragen. Ab 1933 erfolgt die Gleichschaltung der Universitäten durch die Nazis. Der Universitätskanzler muss sein Amt niederlegen. Im WS 33/34 gehören 62% des Lehrkörpers der NSdAP an. 1936 kommt es zur Zwangsauflösung der Korporationen. Eine Folge des Nationalsozialismus und des beginnenden Krieges ist der starke Rückgang der Studentenzahlen. Der Tiefstand ist 1940 mit 889 Studenten erreicht. 1942 verliert die Universität ihre Rechtsfähigkeit. Das seit der Gründung angesammelten Vermögen, wird an den württembergischen Fiskus übereignet. 1945 schließt die Universität bis Kriegsende. Nach der Aufnahme des Lehrbetriebes in den beiden theolog. Fakultäten erfolgt am 15. Okt.1945 die feierliche Wiedereröffnung der Universität. Die ehemaligen NSdAP Mitglieder werden entlassen. Eine zeitweilige Aufnahmesperre für Frauen zugunsten von Kriegsteilnehmern wird erlassen. Nach dem Krieg beginnt ein rapides Ansteigen der Studentenzahlen. 1952 verliert die Universität Tübingen durch Bildung des Landes Baden-Württemberg den de-facto Status einer württembergischen Landesuniversität. 1958 wir die Erweiterung der Universität in Richtung Norden - Schnarrenberg, Morgenstelle und Rosenau -beschlossen. Nach dem Anwachsen zu einer Massenuniversität führt die Universität Tübingen 1961 den 1953 aufgehobenen Numerus Clausus wieder ein, zuerst in den Studiengängen Medizin und Zahnmedizin, später auch für alle anderen Studiengänge. 1974 werden nach zehnjähriger Bauzeit die ersten naturwissenschaftlichen Institute auf der Morgenstelle bezogen. 1977 feiert die Universität ihr 500. Jubiläum in Gegenwart des Bundespräsidenten in einem großen Festakt. Die Alte Turnerschaft Eberhardina-Markomannia ist auch mit dabei.

1978 zählt die Universität über 20000 Studierende, darunter erstmals mehr als 1000 aus anderen Ländern als Deutschland. 1993 ist ein neuer Höchststand mit 26.245 Studierenden erreicht, der Anteil der Studentinnen beträgt 45,6%. 1998 studieren dann erstmals mehr Studentinnen als Studenten an der Universität Tübingen. Die Studentenzahlen sinken wieder unter 20000 Studierende.

 

Stadtrundgang

Tübingen - wird erstmals 1231 als "civitas" (Stadt) bezeichnet und erhält 1261 das Recht, ein eigenes Siegel zu führen. 1280 vernichtet ein Brand 150 Häuser. Zu Anfang des 14. Jh. verpfänden die Tübinger Grafen infolge finanzieller Schwierigkeiten und folgender Verarmung die Stadt an das Kloster Bebenhausen (welches von ihnen gegründet worden war). Zunächst Auslösung, doch dann Verkauf der Burg, Stadt und Herrschaft durch Pfalzgrafen Götz und Wilhelm an Graf Ulrich von Württemberg, wodurch Tübingen zweite Residenz der Württemberger neben Stuttgart wird. Tübingen ist florierende Handwerker- Weingärtnerstadt: Es liegt auf der Handelsroute Schwäbische Alb - Straßburg; die Hauptverkehrsstraße durch Tübingen ist: Neckartor- Neckargasse - Holzmarkt - Marktplatz - Marktgasse - Kornhausstraße - Krumme Brücke - Schmiedtorstraße - Schmiedtor - (Mühl- und Wilhelmstraße existieren noch nicht).


Neckarinsel - fast zweihundert Jahre alte Platanen stehen auf der Neckarinsel. Sie diente früher als Weideplatz fürs Vieh der Tübinger Bevölkerung. Einen Streit zwischen Tübingern (pro Weideplatz) und Professoren und Studenten im 19. Jh. (pro Ort der Zerstreuung, Ruhezone) gewann die Universität.

Zwingel -Der Zwingel ist der Sockel des ehemaligen Wehrturmes des heute als Hölderlinturm bekannten Turmes. Er war Teil der inneren Stadtmauer. Der Stadtgraben zwischen innerer und aüßerer Stadtmauer geht bis ins 13. Jahrhundert zurück.

Hölderlinturm - ist literarische Gedenkstätte und Museum, er wurde im späten 18. Jahrhundert auf einem aus der Mauer herausragenden Wehrturmsockel errichtet. Friedrich Hölderlin(*1770) lebte hier von 1807 bis zu seinem Tod 1843 bei der Schreinermeisterfamilie Zimmer.

Burse
 - Kurz nach Universitätsgründung(1477) am Neckar errichtetes Gebäude (1478-82) zwischen Hölderlinturm und Ev. Stift, das als Lehranstalt und Studentenwohnhaus diente. Philipp Melanchthon (siehe Gedenktafel!) lehrte hier bis zu seiner Berufung nach Wittenberg 1518. Umbau zum ersten Tübinger Klinikum von 1803 bis 1805. Einer der ersten Patienten ist Hölderlin, der nach 231 Tagen am 3.5.1807 als unheilbar entlassen wird.

Neckarbad
 - ehem. Badeanstalt zwischen Burse und Stift indem das Baden nach Geschlechtern getrennt war. Vom ehem. Neckarbad hat man einen schönen Blick auf die Stadtbefestigung mit "Pechnasen" und Resten des alten Wehrgangs.

Evang. Stift - ist ehem. Augustinerkloster. Nach Einführung der Reformation in Württemberg 1534 zum herzöglichen Stipendium ("Stift"), einer kostenlosen(!) Ausbildungsstätte für evangelische Theologiestudenten, um- und ausgebaut. Berühmteste Stiftler sind Johannes Keppler, Gustav Schwab, Eduard Mörike, Hermann Kurz. Hegel, Hölderlin und Schelling lebten und studierten hier zeitweise gemeinsam gegen Ende des 18. Jh. Seit 1969 auch weibliche Theologie Studentinnen.
 
Faules Eck - Kreuzung Münzgasse, Neckarhalde, Burgsteige, Klosterberg, Wienergässle und Kronenstraße. Herkunft des jedoch Namens unklar: entweder wegen der "faulen" Studenten, die dort "herumlungerten", oder wegen verfaulenden Obstes und Gemüses, welches von Ochsenkarren herabfiel, die zum Schloß hochfuhren.

Burgsteige - eine der frühesten Straßen der Stadt mit den ältesten Häusern, Haus Nr. 7 war das Wohnhaus des Astronomen Michael Mästlin, Lehrer von Keppler.

Hohentübingen - 1078 als Burg der Grafen von Tübingen erstmals erwähnt. Das heutige Schloß stammt größtenteils aus dem 16. Jh., das Renaissanceportal von 1606 im Stil eines römischen Triumphbogens, in dessen Mitte sich das Wappen des Herzogtums Württemberg befindet.
 
Marktplatz - ist 1435 dreistöckig aufgebaut, 1508 um viertes Stockwerk erweitert und 1511 mit kunstvoller astronomischer Uhr von Johannes Stöffler versehen, die den Lauf der Gestirne und die Mondphasen anzeigt (funktioniert immer noch). Das Rathaus ist zur 400. Jahrfeier der Universität mit der heutiger Fassade ausgestattet worden. Im Rathaus befinden sich u.a. der Große Sitzungssaal mit alemannischen Fachwerk sowie der alte Empfangssaal mit sog. "Gerechtigkeitsbildern" aus dem 16. Jh.

Neptunbrunnen - geht auf einen steinernen Brunnen zurück, den der württembergische Baumeister Heinrich Schickhard nach Bologneser Vorbild zu Anfang des 17. Jh. entworfen hatte.

Judengasse - Parallelgasse zur Rathausgasse zwischen Haag- und Ammergasse. Im Mittelalter das Wohngebiet der Tübinger Juden, die 1477 aus der Stadt vertrieben wurden.

Jakobuskirche - Station auf dem europäischen Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Kern der Kirche ist im romanischen Still errichtet, um 1500 umgebaut und um den Chor erweitert. Zentrum der "Unteren Stadt", in der früher vor allem die Tübinger "Gogen" wohnten.

Krumme Brücke - Platz bzw. Brücke über die Kleine Ammer mit der sog. Wette, einem kleinen Teich, der als Viehtränke und Wasserreservoir für die Feuerwehr dient und das Säubern von Fahrzeugen erlaubte. Der sich daneben anschließende Fachwerkbau aus dem frühen 16. Jh., das "Bürgerheim", war städtisches Spital. Es hatte reichen Grundbesitz in Tübingen und Umgebung.

Kornhaus - (gegenüber "Rimpo", neben "X") ist 1453 erbaut, früher befand sich im Erdgeschoß ein Getreidehandel und Lager, in den Obergeschossen fand bürgerschaftliches, geselliges Leben statt, z.B. Theatervorstellungen Reisender Komödianten. Heute Museum mit Modell der Altstadt.
 
Wilhelmsstift - Auch als Collegium Illustre bekannt. Erbaut 1588-92. Ehem. Ritterakademie, bis zum 30jährigen Krieg "Parallel - Universität" für protestantische Adelige aus ganz Europa. Hier wurde vor allem das Fechten, Reiten und moderne Fremdsprachen erlernt. Seit 1817 Ausbildungsstätte für katholische Theologiestudenten, die ein bei weitem strengeres Leben und Studium führen mußten als ihre protestantischen Kommilitonen.

Nonnenhaus - Fachwerkbau aus dem 14. Jh. mit "Sprachhaus" (WC) zur Ammer. Einst Sitz karitativ tätiger Frauen, sog. Klausnerinnen, "Nonnen". Nach der Reformation Wohnhaus des Botanikers Leonhard Fuchs.

Schulberg 10 - seit dem spätem Mittelalter bis 1861 Tübinger Lateinschule, deren Schüler u.a. Ludwig Uhland und Wilhelm Hauff waren.

Holzmarkt - In der Heckenhauerschen Buchhandlung am Holzmarkt arbeitete Hermann Hesse von 1895-99 als Buchhändlerlehrling und -gehilfe.

Stiftskirche - 1191 wird erstmals eine Pfarrkirche an der heutigen Stelle urkundlich erwähnt. Diese wird im Zuge der Universitätsgründung zur Stiftskirche umgewandelt. Die Kirche im heutigen spätgotischen Stil entstand von etwa 1470 bis 1490 und trat an die Stelle eines romanischen Vorgängerbaus. Der Turmhelm wurde erst gegen Ende des 16. Jh. aufgesetzt. Die Stiftskirche war eine der wichtigsten Kirchen Württembergs und erhielt u.a. mit der Unterstützung des Grafen Eberhard im Bart eine erstklassige Ausstattung: Lettner, Altar, Taufstein, Steinkanzel und Chorgestühl sind hervorragend. Der Chor der Kirche dient dem württembergischen Herrscherhaus als Grablege.

Cottahaus - Gegenüber des "Eingangs" der Stiftskirche, neben dem Cafe "Tangente Jour" gelegenes Haus, das ehemaliger Sitz des berühmten Verlags war (u.a. Goethe verlegte da seine Bücher).

Alte Aula - einstiges Zentrum der Universität. Hier wohnte u.a. der Kanzler. Im Gitter des Balkons befindet sich das Wappen der Universität, zwei gekreuzte Zepter.

Krazer - Arrestraum, in den die Universität Studenten sperrte, die gegen etwaige Regeln verstießen, z.B. nach Sperrstunde auf den Straßen herumlaufen, inadäquates Benehmen (singen, grölen usw.). Die Universität besaß eigene Gerichtsbarkeit und im Karzer die Möglichkeit, diese entsprechend durchzusetzen. Der Tübinger Universitätskarzer ist der älteste erhaltene in Deutschland. Er befindet sich in der Münzgasse.

Münzgasse - früher zu den in Tübingen vornehmsten Gassen zählende Adresse (Universitätsviertel!).

 

Zeittafel zur Geschichte der Turnerschaften

4. August 1872 Während des IV. deutschen Turnfestes in Bonn gründen die Akademischen Turnvereine zu Berlin, Graz und Leipzig einen Cartellverband (C.V.)
4. Juli 1880 Der Cartellverband der A.T.V. verhängt ein Aufnahmeverbot für Mitglieder farbentragender Korporationen (Geschlossenheitsprinzip)
9. Juli 1881 Beschluß regelmäßig Cartellturnfeste durchzuführen
26. Mai 1882 1. Cartellturnfest in Sangershausen
29. Mai 1882 Der Cartellverband verbietet seinen Migliedern die Bestimmungsmensur (in Bonn, Halle, Leipzig Marburg nicht befolgt).
1. Juni 1884 Genehmigung des Bestehens von mehreren Cartellvereinen an einer Universität.
3. Juni 1884 Gründung der Cartell-Turnzeitung (ab 1890 Akademische Turn Zeitung)
9. Februar 1885 Das Verbot der Bestimmungsmensur wird wieder aufgehoben
11. Juni 1885 Einführung der unbedingten Genugtuung als Verbandsprinzip
29. Juni 1885 Umbenennung in VC-Vertreter Convent, Cartellverband akademischer Turnvereine auf deutschen Universitäten. VC-Turnfest findet alle zwei Jahre statt.
28. Februar 1891 Auflösen des allgemeinen Kartellverhältnisses, abermalige Umbenennung in VC, Verband farbentragender Akademischer Turnvereine auf deutschen Universitäten.
21. Juli 1894 Erstmals offizielle Beteiligung des VC am deutschen Turnfest in Breslau. Einführung der Bezeichnung Turnerschaft.
7. Juli 1897 25jähriges Jubiläum des VC, Bestand 32 Turnerschaften.
1897 Eberhardina wird freie Turnerschaft
1898 Eintritt der Turnerschaft Eberhardina Tübingen in den VC
25. Mai 1899 Endgültiger Name VC - Verband der Turnerschaften auf deutschen Hochschulen.
1. April 1900 Gründung des Verbandes Alter Turnerschafter (VAT)
1. Februar 1901 Aufnahme der ersten Turnerschaft an einer Technischen Hochschule (Tuisko/Hannover).
1901 Gotha wird ständiger Fest- und Tagungsort des VC.
1904 Der VC führt das Maturitätsprinzip ein.
  Eintritt der Turnerschaft Markomannia Königsberg.
1910 VC und DL (Deutsche Landsmannschaft; früher CLC Coburger Landsmannschafter Convent gegr. 1868) werden Mitbegründer des Deutschen Akademischen Bundes für Leibesübungen.
26. Juli 1912 Gründung des Blauen Rings in Heidelberg (T! Markomanno- Albertia Freiburg, T! Eberhardina Tübingen, T! Ghibellinia München, T! Rheno-Palatia Heidelberg, T! Suevia Breslau, T! Philippina Marburg)
13. Mai 1913 Verbot aller Kartelle oder kartellähnlicher Zusammenschlüsse im VC.
Der "Blaue Ring" besteht als Freundschafts- und Verkehrverhältnis weiter.
1920 Eberhardina tritt aus dem VC aus.
Pfingsten 1922 Aufnahme der ersten österreichischen Turnerschaft in den VC (Hellas Wien, heute im KSCV)
28. September 1922 Arbeitsgemeinschaft zwischen VC und DL zur Verfolgung gemeinsamer hochschulpolitischer Interessen.
1923 Umbenennung der akademischen Turn-Zeitung in VC-Rundschau
Pfingsten 1925 Der VC wählt Bad Blankenburg in Thüringen zum ständigen Tagungsort.
Pfingsten 1926 Erstes VC- Turnfest in Bad Blankenburg
1927 Eberhardina kehrt wieder in den VC zurück.
1929 Einweihung der Sportstätten in Bad Blankenburg. Einweihung des Ehrenmals des VC auf der Burg Greifenstein.
1933 Annahme des Führerprinzips und Einführung der Anordnungen des Reichsstudentenführers.
15. Oktober 1935 Auflösung des aktiven VC (91 Turnerschaften)
31. Juli 1938 Auflösung des gesamten VC
6. Januar 1951 Zusammenschluß der wiedererstanden aktiven Landsmannschaften zur AG Coburg
24. Februar 1951 Zusammenschluß der wiederestandenen aktiven Turnerschaften zur AG Blankenburg
12. Mai 1951 Zusammenschluß der AG Blankenburg und der AG Coburg zum Coburger Convent der akademischen Landsmannschaften und Turnerschaften auf deutschen Hochschulen. Wahlspruch: Ehre - Freiheit - Freundschaft - Vaterland.Farben: grün - rot auf weiß
1. Oktober 1951 Fusion der T! Eberhardina mit der T! Markomannia Königsberg zur Alten Turnerschaft Eberhardina- Markomannia Tübingen
1952 Eintritt der AT! Eberhardina - Markomannia in den CC
26. Mai 1953 Bildung der ALTÖ (Arbeitsgemeinschaft österr. Landsmannschafter und Turnerschafter).
Pfingsten 1954 Festes Vertragsverhältnis des ALTÖ mit dem CC
27. Januar 1956 1. Gesamtdeutsche Tagung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Sängerschaft DS (Weimarer CC)
Pfingsten 1968 Hundertjahrfeier der Landsmannschaften und Turnerschaften
1971 Austritt der AT! Eberhardina - Markomannia aus dem CC

 

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